Andor – die verschollenen Legenden – Legenden 2 und 3

Hallihallo!

Nachdem wir letzte Woche vor der Messe noch die Legenden 2 und 3 aus der Andor – Erweiterung „Die verschollenen Legenden“ gespielt haben, folgt jetzt dazu mein Ersteindruck.

Zwar haben sich bei den Partien ein paar Patzer eingeschlichen, da wir uns erst relativ spät am Abend nach Andor begeben haben, aber die waren nicht so fatal, so dass der eigentliche Spielablauf davon nicht betroffen war.

Genau wie die 1. Legende haben wir auch die 2. und 3. nicht auf Anhieb geschafft.

Startklar für Legende 2!

Die 2. Legende fand ich sehr straff gestaltet… man musste den Überblick über viele Karten und Ziele behalten und die Legende artete mehr in Arbeit aus, als in Spiel.

Auf der Karte A4 kam die erste Aufgabe ins Spiel: 3 Orte mit den Tulgori kartographieren – das klang ja noch machbar. Auf der Karte A5 erfuhren wir schon, wer unser Endgenger sein sollte. In unserem Fall (man musste zuvor eine der 3 A5- Karten auswählen) war es eine Dämonin namens Siantari. Doch um es mit ihr aufnehmen zu können, muss man zuvor noch alle Eisplättchen (6-8, je nach Spieleranzahl) vom Spielplan entfernen, wofür wiederum bestimmte Bedingungen erfüllt sein mussten.

Bevor wir also richtig loslegen konnten, hatten wir schon 4 Aufgaben an der Backe: bestimmte Orte aufsuchen, Eisplättchen entfernen, die Burg und das Lager der Tulgori beschützen und eine Dämonin besiegen! Juchu!?

Zu zweit freuen wir uns generell nicht auf Aufgaben, bei denen man viele Orte aufsuchen muss und bestimmte Personen oder Gegenstände von hier nach da gebracht werden müssen; da ist sehr viel genaue Planung nötig, um unnötige Schritte zu vermeiden.

Naja… nach dem Erreichen von Feld B kamen neue Gegenstände in das Spiel: ein Floß vollgepackt mit Mera- Steinen. Diese Steinchen sind zwar für die Spieler durchaus vorteilhaft (Stärke!), aber nur, wenn man sie einsammelt. Ansonsten wandern sie nämlich zu der Gegenseite und bringen allen Feinden dauerhafte Stärkepunkte. Das Einsammeln der Steine ist optional, aber irgendwie trotzdem verpflichtend, wenn man nicht möchte, dass die Gegner noch stärker werden.

Bei uns ist das Kämpfen eh immer so eine Sache… meistens würfeln wir für die Gegner nämlich gleiche Augenwerte, die ja addiert werden müssen, so dass wir manchmal selbst bei den Gors Probleme haben.

Auf Feld C mussten wir eine der Karten „Meres‘ Hexenkunst“ vorlesen. Zu Spielbeginn hatten wir 2 von 4 Karten ausgewählt. Natürlich hatten wir die mit dem meisten Text und mussten den auch 2x lesen, um zu verstehen, was da nun von uns verlangt wurde.

Auf Feld D kam der Hexer Meres, der am Ende der 1. Legende erwähnt wurde, dann auch endlich ins Spiel. Da seine Hilfe auch negative Auswirkungen haben konnte, haben wir ihn erstmal auf seinem Feld zurück gelassen und auch später im Spiel wollten wir seine Unterstützung nicht annehmen. Stattdessen haben wir auf Rekas Hilfe vertraut. Glücklicherweise hatten wir die gute Hexe auch schon längst gefunden, als wir uns auf Feld I für/gegen Meres/ Reka entscheiden mussten.

Mit Ach und Krach haben wir es zwar schlussendlich geschafft, alle Nebenaufgaben zu erfüllen, doch war der Erzähler bis dahin schon zu weit auf der Legendenleiste vorangeschritten, so dass wir den Kampf gegen die Siantari nicht mehr zuende bringen konnten.

Wie schon zu Beginn geschrieben, war diese Legende meiner Meinung nach sehr straff aufgebaut; man musste sich die Züge sehr gut im Voraus überlegen und das Spiel zu zweit war bei dieser Legende dadurch schon ziemlich anstrengend. Ingesamt fühlte sich diese Legende so an, als wäre sie für mehr als 2 Helden gestaltet worden.

Wie der Spielverlauf mit den anderen beiden möglichen Endgegnern ausgesehen hätte, weiß ich nicht; die Varianten haben wir noch nicht gespielt.

Zudem fand ich die vielen „neuen Dinge“ unübersichtlich. Was machen die Schätze der Tulgori nochmal? Wie war das nochmal mit den Mera- Steinen? Arbaks? Ach Mensch, auf die müssen wir ja auch noch achten! Und Meres? Wo war nochmal die Karte wo draufsteht was er kann und was passiert wenn er uns hilft?

Trotz der Niederlage haben wir uns die Texte zum guten Legendenende durchgelesen. Denn es war Dienstag. Am Mittwoch wollten wir die 3. Legende Spielen und am Donnerstag war schon die Messe! Bis dahin wollte ich einfach gerne die VL zumindest einmal gespielt haben.


Die 3. verschollene Legende spielt auf dem Minenspielplan. Das finde ich toll, denn die Spielplanrückseite kommt bei den offiziellen Legenden meiner Meinung nach zu wenig zur Geltung!

Willkommen auf der Spielplanrückseite!

Im Gegensatz zu der 2. Legende begann diese vergleichsweise gemütlich. Zwar mussten viele Dinge auf dem Plan verteilt werden, aber die 2 Aufgaben zu Beginn klangen machbar.

Wir konnten also ungestresst den Baum der Lieder verlassen und uns in Richtung Mine begeben. Erst dort bekamen wir eine weitere Aufgabe, die wir relativ gut gemeistert haben – Fürst Hallgard stand uns ab sofort zur Seite. Auch Meres tauchte wieder auf, doch auch diesmal wollten wir seine Hilfe vorerst sehr ungerne annehmen.

Doch nun war es mit der Gemütlichkeit auch schon vorbei: die erste Zwergenstatue (bei uns: Garah) wurde aufgestellt und sie brachte in den kommenden Runden Unheil über unsere Tagesleiste! Wir waren froh, als wir sie beseitigt hatten!

Leider kamen noch 2 weitere Statuen ins Spiel, die Kreaturen nahmen überhand, das N- Plättchen wanderte langsam auf der Legendenleiste nach unten, wir waren insgesamt doch noch zu schwach und blöderweise haben wir die Nebenaufgabe, das Reparieren der Brücke, auch völlig ignoriert… beim Kampf gegen die 2. Zwergenstatue war es dann für uns vorbei.

Diese Legende hatte es trotz des langsameren Starts doch in sich, auch wenn sie sich nicht so straff anfühlte, wie die 2. Legende. Ich fand sie auch insgesamt interessanter, eben weil sie in der Mine spielte und statt neuen Endgegner – Wesen waren es diesmal „lediglich“ steinerne Zwerge, denen man gegenüber stand.

Gerne hätte ich mehr über die steinernen Drei erfahren. Nach unserer Niederlage habe ich auch diesmal in die N2- Karte hineingelinst und was soll ich sagen… das Ende ist nicht Andor – typisch! Um zu erfahren, wie es weitergeht, braucht man die Bonuslegende „die vierte Statue“, die ich mir eigentlich auf der Messe holen wollte. Irgendwie ist mir das Vorhaben aber dann im Messetrubel untergegangen, so dass ich erstmal nicht erfahren werde, was es mit der am coolsten aussehenden 4. Zwergenstatue auf sich hat!

Ab Dezember steht sie aber auf der Andor – Homepage zum Download zur Verfügung (das steht im Regelheft zu den VL drin).


Vom Schwierigkeitsgrad her hatten es jedenfalls alle 3 Legenden in sich und ich denke, dass diese Legenden auch eher für Fans gemacht worden sind. Also für die, die schon viele Partien hinter sich haben und alle Regeln auswendig kennen und sich durch keine Gemeinheiten entmutigen lassen.

Für diejenigen, die vllt. nur das Grundspiel haben oder sich jetzt nach der Messe das Grundspiel mit dieser Erweiterung holen, könnten diese Legenden zu haarig sein. Es gibt viel, worauf man achten muss, viel, das man im Voraus planen muss. Andor – Einsteiger könnten sich dabei überfordert fühlen.

Ich bin weder Hardcore- Andori, noch Einsteiger-Andori, aber dennoch fand ich die Legenden ziemlich anspruchsvoll und hoffe, dass bei den zukünftigen Legenden, die da bestimmt noch folgen, auch Einsteigerfreundlichere dabei sein werden…einfach weil ich das Setting mag und mehr über die Andor – Welt erfahren möchte, ohne an irgendwelchen Gegnern zu verzweifeln. Zu einfach sollen die Legenden natürlich auch nicht sein, aber eben auch nicht zu schwer.

 

 

 

 

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