Escape Räume – Zuhause auf dem Tisch und als Ausflugsziel

Was macht man so, wenn man frei hat?

– Man besucht z.B. einen Escape Room (s. ganz unten).

Wer sich fragt, was das ist: Escape Rooms sind Räume, in die sich rätselbegeisterte Leute einsperren lassen und dann versuchen, innerhalb einer bestimmten Zeit (meistens 60min) herauszukommen. Das schafft man, in dem man Hinweise sucht und Rätsel löst, um an Schlüssel heranzukommen, mit denen man wiederum an weitere Hinweise rankommt.

Die Räume sind dabei thematisch eingerichtet, z.B. im Stil von Sherlock Holmes.

Unsere allererste Escape Room – Erfahrung war auf der SPIEL 2016, wo ein kleiner Raum aufgebaut war, für den man relativ wenig Zeit hatte.

Danach waren wir gesellschaftsspielmäßig für einige Zeit auf dem Escape Room – Trip.


Die meisten Escape Rooms haben wir aus der „EXIT“- Reihe von Inka & Markus Brand (KOSMOS Verlag). Im Jahr 2017 wurden direkt 3 EXITs zum Kennerspiel des Jahres gekürt.

Die EXITs sind nur einmal spielbar –  nicht nur, weil man am Ende die Lösungen schon kennt, sondern weil man das Material (Karten, das beiliegende Heftchen) beschädigt. Man muss das Material knicken, schneiden und bemalen.

Bei vielen Spielern führt das zu negativen Bewertungen. Einerseits verständlich, denn wir Spieler gehen doch zumeist behutsam mit unseren Spielen um, kaufen Kartenhüllen zum Schutz der Karten, überlegen uns, wie wir die Spiele am besten lagern, verbannen Getränke & fettiges Essen vom Spieltisch… Alles, um lange Freude am Spiel zu haben, oder um die Spiele zu verleihen oder bei Nichtgefallen zu verkaufen.

Bei EXIT geht das allerdings nicht. Ich sehe das nicht so tragisch, denn für einen Kinobesuch oder sonstwas, um einen netten Abend zu haben, hat man die Kosten auch schnell ausgegeben.

Die EXIT – Spiele fanden wir insgesamt nicht supergut, aber auch nicht schlecht. Die Rätsel waren zum Teil einfach, zum Teil fordernd, zum Teil unlogisch. Und das innerhalb der einzelnen Szenarien! Auch gab es 2 Szenarien, die uns generell gar nicht gefallen haben. Aber gerade die Herausforderung ist das, was den Reiz an diesen Spielen ausmacht und weshalb wir uns auch in Zukunft weiterhin den ein oder anderen EXIT – Teil holen werden. Trotz der vielen Knötterei hatten wir auch irgendwie Spaß.

Was wir bei EXIT allerdings tatsächlich negativ finden, ist, dass das Spielmaterial für mehr als 2 Spieler nicht geeignet ist, da die Zeichnungen in dem Heftchen z.T. ziemlich klein sind und man sich ziemlich knubbeln müsste, wenn alle Spieler auf einmal an einem Rätsel sitzen. Und da man immer nur ein Rätsel nach dem anderen lösen kann, müssen sich zwangsläufig alle gleichzeitig mit demselben Material auseinandersetzen. Da wir aber eh nur zu zweit spielen, ist das bei uns nicht so tragisch.

Steckt man bei dem Spiel fest, so kann man die Hilfe von Hinweiskarten in Anspruch nehmen, die einen Schritt für Schritt  zur Lösung führen.

So viel zu EXIT.


Dann ist in unserer Spielesammlung noch Escape Room –  Das Spiel (Noris Spiele). Hier gibt es ein Grundspiel mit verschiedenen Szenarien, sowie dem Herzstück des Spiels: dem Decoder!

Das ist ein batteriebetriebenes Gerät, das einem die verbleibende Zeit anzeigt und ansonsten leise vor sich hintönt.

Bei dem Spiel muss man keine Zahlencodes herausfinden, wie bei EXIT, sondern man muss auf die richtige Reihenfolge von 4 Plastikschlüsseln kommen, die man in den Decoder steckt. Liegt man richtig, macht er ein fröhliches „plink“ und man darf sich dem nächsten Rätselteil zuwenden, liegt man falsch, macht der Decoder ein nicht so nettes Geräusch und man muss die Lösung überdenken.  Auf dem Decoder sind außerdem Decodierelemente drauf, die man benötigt, um die Rätsel zu lösen.

Durch den Decoder wirkt das Spiel schon irgendwie cool und das Material wird nicht zerstört, so dass man das Spiel auch verleihen kann. Müssen doch Teile angemalt werden, so kann man sie aus dem Internet auch ausdrucken. Auf solchen Teilen befindet sich ein Druckersymbol.

Auch hier gibt es Lösungskarten und das Material ist größer, als bei EXIT.

Wir hatten allerdings 1-2x das Problem, dass der Decoder einen falsch – Ton von sich gegeben hat, obwohl die Schlüssel richtig waren. Das hat uns relativ viel Zeit und Nerven gekostet, denn wir haben die Lösung nochmal überdenken müssen, bevor wir die Schlüssel nochmal genauso reingesteckt haben, wie beim ersten Versuch. Ein weiterer Kritikpunkt beim Decoder ist, dass die Decodierhilfen fest auf dem Gerät drauf sind. Manchmal wäre es viel einfacher, wenn man diese Dinge abmachen könnte, anstatt mit dem ganzen Kasten herumzuhantieren. Auch die Hinweiskarten waren nicht immer sehr hilfreich.

Hat man die Szenarien aus dem Grundspiel durch, kann man sich weitere Szenarien dazukaufen. Es wird allerdings immer das Grundspiel dazu benötigt.

Insgesamt hatte das Spiel durchaus einige tolle Elemente und einmal hatten wir auch einen richtigen Überraschungseffekt („Das müssen wir jetzt nicht ernsthaft tun, oder?..Nee, das kann nicht sein… Hm, mal versuchen…  Wow, dass die sowas in einem Spiel unterbringen, ist total cool!“) Durch den Decoder war die Akustik ganz passend und die einzelnen Szenarien waren auch gut gestaltet. Aber da uns Escape Room insgesamt mehr frustriert hat, als die EXITs, werden wir uns dafür keine weiteren Teile mehr holen.

Außer diesen beiden Escape – Spielen gibt es noch andere, z.B. Unlock (Space Cowboys; mehrere Szenarien in einer Box, benötigt App – Unterstützung, Material wird nicht zerstört), Deckscape (Abacusspiele; kleines Spiel, nur mit Karten, nur ein Szenario pro Box, Material bleibt ganz) oder Escape the Room (ThinkFun, nur ein Szenario pro Box, das Material ist wiederverwendbar). Diese haben wir allerdings nicht in unserer Spielsammlung.


Schon der Eingangs-/wartebereich war beeindruckend gestaltet und machte direkt Lust auf mehr.

Der eigentliche Hauptgrund für diesen langen Blogeintrag ist unser heutiger Besuch bei Final Escape in Wuppertal.

Das war unser erster richtiger Escape Room und wir haben uns für das Setting „Sherlock Holmes“ entschieden. Zu dem Raum und den Aufgaben selber möchte ich nicht viel verraten, das Setting war aber liebevoll aufgemacht, spannend und überraschend und wir werden definitiv noch die anderen Szenarien buchen.

Was ich verraten kann, ist, dass es wenig Schlösser gibt, für die man Schlüssel oder Zahlencodes braucht. Vielmehr sind die Rätsel automatisch, so dass sich z.B. irgendwas öffnet, wenn man etwas bestimmtes macht. Auch wird man von der Spielleitung ein bisschen gelotst, wenn man nicht weiterkommt, außer man möchte das gar nicht.

 

 

 

Im Gegensatz zu den Escape Rooms, die wir Zuhause in Schachtelform haben, haben wir den echten Raum auch tatsächlich innerhalb der gegebenen Zeit geschafft! Juhu!

 

2 Gedanken zu „Escape Räume – Zuhause auf dem Tisch und als Ausflugsziel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.