Wochenende Nr. 47: Brett und Spiel

Hallihallo!

Nachdem wir letztes Wochenende im DIY- Modus waren und mit dem Teeregal für die Küche angefangen haben, haben wir es gestern fertig gestellt. Eigentlich wollte ich mich während der Woche um das Regal kümmern, aaaaber wie so oft in letzter Zeit, kam ich zu nix, so dass ich am Samstag fleißig gebohrt und gesägt habe. Mein Freund hat anschließend noch Leim auf den Verbindungsteilen verteilt und das Regal noch zusätzlich mit einer Schraube an der Wand fixiert.

Ich finde, dass das Regal gut geworden ist und vor allem sieht es auf der Küchenablage nun endlich ordentlich aus! 🙂

Am Samstag habe ich außerdem mit Folie hantiert… das obere Küchenfenster hat nun Ähnlichkeit mit einem bunten Kirchenfenster und das Eck-Regal, das aus verschiedenfarbigen Regalresten besteht, hat nun einen Einheitslook.

Eck- Regal vorher
Eck- Regal nachher

Heute habe ich mit der Weihnachtskartenproduktion begonnen und 6  fast fertig erstellt. Der Kleber muss noch trocknen und dann muss ich noch an meiner Schönschrift arbeiten, damit ich die Karten auch ganz ordentlich beschriften kann.

Fotos von den Weihnachtskarten werde ich allerdings erst nach Weihnachten hier hochladen, da einige der Beschenkten hier in meinen Blog doch ab und zu reinschauen. Und dann wäre ja die Überraschung futsch!


Gespielt haben wir dieses Wochenende „Warigin“; ein Spiel für 2-3 Spieler ab 16 Jahren vom Autor Christian Sauer, mit Illustrationen von Anna Kersten. „3-headed dog“ heißt der Eigenverlag des Autors und über eine Kickstarter- Kampagne wurde Warigin dieses Jahr erfolgreich finanziert.

Bei dem Spiel in dieser mysteriösen schwarzen Schachtel handelt es sich um ein asymmetrisches, taktisches und auf Konfrontation ausgelegtes Brettspiel, bei dem stets eine Fraktion (Herausforderer) gegen 2 gegnerische Fraktionen (Allianz) antritt.

Eine Runde wird stets vom Herausforderer gestartet; er deckt eine Ereigniskarte auf und führt danach seinen Zug aus, d.h., er spielt eine Aktionskarte und hat dann 2 Bewegungen zur Verfügung oder er führt nur 3 Bewegungen aus, ohne eine Karte zu spielen.

Danach sind die Allianz-Spieler an der Reihe, die allerdings nur 2 Aktionen zur Verfügung haben.

Das Spiel endet, wenn alle Spielfiguren (Einheiten) des Herausforderes besiegt worden sind, oder wenn der Herausforderer es geschafft hat, eine Festung der gegnerischen Parteien zu erobern.

Hört sich erstmal einfach an, ist es aber nicht… Die Spieler bekommen Handkarten (Aktionskarten), doch einmal ausgespielt, kommen sie aus dem Spiel. Ihr Einsatz will daher gut überlegt sein. Die Spieler haben außerdem 8/9 Einheiten in ihren Parteien. Davon sind 5 Soldaten und 3 /4 Helden. Da die Spielfiguren identisch aussehen, muss man sich beim Aufstellen merken, wo man die eigenen Soldaten (blanke Unterseite) und Helden (Schwerter auf Unterseite) hingestellt hat. Welcher Spielfigur des Gegners man im Kampf gegenübersteht, erfährt man erst, wenn man den Kampf begonnen hat.

Der Kampf ist entweder würfelbasiert oder man benutzt Kampfkarten – das muss man vor der Partie entscheiden.

Hinzu kommen Ereigniskarten, die zu Beginn jeder Runde aufgedeckt werden. Mal bringen sie gute, mal schlechte und mal gar keine Auswirkungen mit sich.

Was mich bei dem Spiel etwas stört, ist die „Bietsequenz“ zu Beginn der Partie. Dort wird ermittelt, wer der Herausforderer wird und wer die Allianz darstellt. Dafür werden 9 Aktionskarten ausgelegt und dann müssen die Spieler sich nachheinander entscheiden, ob sie mit ihren Aktionskarten, die sie bereits haben, plus X öffentlichen Karten die Rolle des Herausforderes annehmen wollen oder nicht.

Das hat mit „Bieten“ meiner Meinung nach nichts zu tun, denn ich biete ja nichts an, um der Herausforderer zu werden. Wer letzendlich der Herausforderer wird, ist irgendwie Glückssache: ich würde z.B. der Einzelspieler werden wollen und liebäugele dafür mit 3 Karten aus der Auslage. Wenn dann mein Mitspieler mit nur einer Karte aus der Auslage glücklich ist, dann wird er der Herausforderer und ich muss die Allianz spielen.

Außerdem muss man sich dafür vorher die zuvor ausgeteilten Handkarten genau anschauen und auch die, die ausliegen und sich dann überlegen, ob man mit den Karten für den Rest des Spiels glücklich ist, oder nicht. Mir wäre eine zufällige und schnelle Bestimmung des Herausforderers lieber.

Hat man das aber endlich hinter sich, verlaufen die Runden relativ schnell und ohne viel Grübelei, auch wenn die ersten Züge noch vorsichtiges Herantasten sind, da man noch nicht weiß, was der Mitspieler vorhat.

Insgesamt ist Warigin ein taktisches und klar strukturiertes Spiel, das auch zu zweit sehr gut funktioniert, wenn man bereit ist, sich auf ein abstraktes und konfrontatives Spiel einzulassen.

Wer die Kickstarter- Kampagne verpasst hat, der kann das Spiel auch über die Seite www.warigin.com bestellen. (Nicht wundern; der Link führt zwar zu der Crowfunding/Marketplace- Plattform „Indegogo“, aber vertrieben wird das Spiel dennoch durch den Autor persönlich.)


Nach dem Duell haben wir uns einer kooperativen Aufgabe zugewandt: einem Escape – Abenteuer in Buchform.

„Von Königen und Alchemisten“ ist eines der bisher 4 erschienenen Bücher aus der „Escape Adventures“ – Reihe vom TOPP- Verlag. Die Autoren sind Sebastian Frenzel und Simon Zimpfer, die Illustrationen stammen von Kristina Gehrmann. Erschienen ist das Buch mit dem Schwierigkeitsgrad „leicht“ dieses Jahr und geeignet ist es für 1-4 Spieler ab 10 Jahren.

Die „Escape Adventures“ habe ich ziemlich zufällig entdeckt, als ich mich im Buchladen bei den Hobby- Büchern umgeschaut habe. Von der Reihe habe ich vorher nichts gehört und daher habe ich zum Einstieg das leichteste Abenteuer mitgenommen.

Das Buch besteht aus 47 Seiten, die auch zerschnitten und beschriftet werden müssen. Relativ am Anfang des Spiels bekommt man einen Plan mit Orten, die man besuchen kann – dafür muss man die entsprechende Seitenzahl aufschlagen. An den Orten findet man Hinweise oder Rätsel und in dem sogenannten „Wegweiser“, den man zu Beginn aus dem Buch herausgetrennt hat, findet man bei richtigen Antworten weitere Informationen. Dadurch findet man z.B. Zugang zu weiteren Orten oder erhält Gegenstände. Die Codes, die man hier und da finden muss, sind dreistellig und mittels einer Codematrix werden die Zahlencodes in die jeweiligen Wegweiserziffern übersetzt, so dass man weiß, welchen Text man als nächstes lesen muss.

Hängt man fest, so gibt es hinten im Buch Hinweise in 2 Stufen, so dass man nicht direkt die komplette Lösung sieht.

Vom Prinzip her erinnert mich das Buch relativ stark die EXIT- Spiele aus dem Kosmos- Verlag. Das Buch hier ist das kleine Heftchen bei EXIT, wobei man sich hier nicht allzu extrem zusammen knubbeln muss, um etwas auf den Seiten zu erkennen . Die Codematrix ist die EXIT- Drehscheibe, wobei man hier direkt merkt, wenn man den falschen Zahlencode hat und der Wegweiser hat die gleiche Funktion, wie die EXIT- Karten, nur mit mehr Story.

Der Ortsplan hingegen hat was von TIME Stories, wo die Orte nach und nach freigeschaltet werden. Auch ein weiteres Element am Ende des Spiel hat uns an TIME Stories denken lassen.

Verglichen mit EXIT, Escape Room und Decscape ist das Abenteuer, zumindest bei diesem Band, sehr textlastig und man wird mehr durch das Abenteuer geführt, als dass man Rätsel löst. Diese waren in dem Buch tatsächlich relativ einfach, auch wenn wir bei einer Aufgabe die Lösung komplett nachgeschaut haben. Zwar sind wir hinterher nicht wirklich schlauer gewesen, aber immerhin hatten wir die Lösung.

Dadurch, dass wir mehr gelesen als gerätselt haben, fand ich „Von Königen und Alchemisten“ nicht so spannend. Natürlich finde ich eine Story unabdingbar, aber der Anteil an Geschichte und Rätsel muss ausgewogen sein.

Das Buch war hübsch aufgemacht, aber das mit dem Zerschneiden/ Heraustrennen der Seiten hätte man anders regeln können. Eine Möglichkeit: die Teile in einem Stanzbogen zum Buch beilegen und bei Bedarf auspöppeln oder die Teile zum Ausdrucken im Internet anbieten, wie bei dem „Escape Room“ aus dem Noris- Verlag.

Die wenigen Rätsel haben mich ebenfalls enttäuscht und mit Königen hatten wir in diesem Band nur am Rande was zu tun und auch die Alchemie war relativ schnell abgehandelt.

Ob die schwierigeren Abenteuer besser sind, kann ich nicht sagen, da ich keine weiteren Bücher aus der Reihe habe, aber ich denke, dass das Buch zumindest für Escape- Einsteiger tatsächlich eine gute Wahl ist, da man nicht so sehr in das kalte Wasser geworfen wird, sondern sich langsam herantastet.

Eine Sache, die ich unglücklich gelöst finde, ist die passende Musik zum Szenario, die am Anfang des Buches beworben wird.

Denn: um sich diese Musik anhören zu können, muss man sich bei Spotify anmelden. Ich bin nicht bei Spotify registriert und werde das für ein Spiel auch nicht tun. Die Playlist kann man sich aber auch ohne Anmeldung anschauen; es handelt sich größtenteils um Titel aus den Soundtracks zu dem PC-/ Konsolenspiel „The Witcher“, sowie „Dragon Age Inqusition“, „Stronghold“ und paar anderen Titeln, also nichts, das man für das Spiel extra komponiert hätte, aber dennoch eine gute Auswahl.

Mich hat das Buch insgesamt nicht überzeugt, aber ich bin auch nicht abgeneigt, mir irgendwann ein anderes Escape – Abenteuer zu kaufen, um mich an einem anderen Schwierigkeitsgrad zu versuchen.


So, das war’s für heute.

Ich wünsche einen guten Start in die neue Woche!

LG,

KR

 

Ein Gedanke zu „Wochenende Nr. 47: Brett und Spiel

  • 27. November 2018 um 00:48
    Permalink

    hey kari.

    danke für den schönen artikel.

    es freut mich, dass ihr warigin locker flockig aber trotzdem taktisch runterspielen könnt, das ist ja auch die idee dahinter. 🙂
    bzgl der bestimmung des herausforderers: natürlich kann jemand vor dir zuschlagen (es ist quasi eine rückwärts gerichtete auktion), aber du hast ja die chance, noch weniger als der andere mitspieler zu fordern (es ist ja quasi eine rückwärts gerichtete auktion). ich habe mich schon unzählige male geärgert, dass ich doch eine runde zu lange gewartet habe… um dann doch beim nächsten match wieder zu gierig gewesen zu sein. 😉 das kommt davon, wenn man zuviel oder zuwenig karten haben will. 🙂

    ich verstehe, dass die bestimmung des einzelspielers am anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist (und man das ggf sogar gerne skippen möchte), denke aber, dass euch das dann in einer der folgepartien besser von der hand geht: es geht wirklich schnell, sobald man die karten kennt… bei uns liegen die karten und es wird sofort gefragt „0…? nein… nein… 1? nein… nein… 2? nein… ja…“ und dann geht es sofort los mit aufbau und spiel.

    wünsche euch noch viel spaß mit warigin, hoffe ihr werdet noch die ein oder andere spannende partie spielen!

    ps: euer fenster (weiter oben) sieht ja fast aus wie bei sagrada. 🙂

    Antwort

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